- 2017
Rückblick 2016
Unser WELT-THEATER hat sich herausgeputzt
Als die Bauleute im Jahre 1869 begannen, für das Frankenberger Gaswerk ein neues Wirtschaftsgebäude zu errichten ahnten sie sicher nicht, dass Sie damit den Grundstein für ein Kino legten, das sogar einmal den mondänen Namen „Welt – Theater“ tragen sollte. Das musste aber erst einmal Zeit haben. Denn bis etwa 1926 wurde es als das genutzt, für das es gebaut wurde. 1937 dann erwarb Erich Herrmann das Gebäude, Herrmann betrieb zu dieser Zeit schon ein Kino in der Freiberger Straße 55, was aber den steigenden Anforderungen nicht mehr genügte. Er ließ es zu einem für die damalige Zeit modernen Kino umbauen.
Das Welt-Theater in Frankenberg war weit über die Stadtgrenzen bekannt. In den 1970’er Jahren wurde aus einem Teil des Ranges eine Visionsbar gemacht. In Clubsesseln konnte man da bei einem Drink und einem Snack (damals noch „Kurzgericht“) die neuesten DEFA-Streifen schauen. Übrigens war das Frankenberger Welt-Theater 1969 sogar einmal Ort der Uraufführung eines DEFA-Märchenfilmes! Der Streifen „Wie heiratet man einen König“ mit Cox Habbema und Eberhard Esche in den Hauptrollen wurde hier erstmals der Öffentlichkeit gezeigt. Alle Protagonisten, Filmteam, Schauspieler usw. waren vor Ort und gaben Autogramme!
1990 begann mit der Privatisierung der Niedergang des Hauses. Voller Enthusiasmus hat der damalige Filmvorführer das Haus von der Treuhandanstalt zu einem völlig überteuerten Preis erworben und weiter modernisiert. Neues Gestühl, Aufteilung in drei kleine Vorführsäle und Modernisierung der Technik folgten. Die hohe Schuldenlast, die mit den viel zu geringen Einnahmen nicht zu bedienen war, zwangen ihn schließlich schon nach kurzer Zeit in die Knie.
Was kam waren Leerstand, Verfall und Versteigerung! Um das Objekt nicht zum Spielball von Immobilienspekulanten werden zu lassen haben wir das Haus schließlich im Auftrag der Stadt Frankenberg/Sa. am 07.10.2008 erworben.
Zwischenzeitlich hatte sich im ehemaligen Foyer des Hauses der privat betriebe Jugendtreff „Blue Caffee“ etabliert. Darüberhinaus stand das Haus aber über Jahre leer.
Der fortschreitende Verfall machte eine grundlegende Entscheidung erforderlich, Abriss oder substanzsichernde Instandhaltungs- und Sanierungsmaßnahmen.
Der Stadtrat der Stadt entschied sich schließlich für letzteres und stellte auch Fördermittel bereit.
So begannen dann in der zweiten Jahreshälfte 2008 die ersten Sanierungsarbeiten. Diese dienten erst einmal der Substanzsicherung. 2013 haben wir mit dem maroden Dach begonnen, und wie sich schnell zeigen sollte, gerade noch rechtzeitig.
Schon nach den ersten Öffnungen der Dachhaut trat das ganze Ausmaß der Schäden zutage. Der Hausschwamm hatte mit den jahrelang durchfeuchteten Dachbalken leichtes Spiel. Auf der Westseite wäre das Dach in nicht mehr allzu langer Zeit zum Teil eingestürzt!
Nun folgt der 2. Bauabschnitt mit dem Abbruch der Garagen an der Rückseite und der Sanierung der Fassade.